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Kroatien 2008

 

Kroatien 2008  31. Mai - 8. Juni
2008 war Kroatien angesagt. Die 5er-Bande trat in der gleichen Zusammensetzung an wie 2006/2007. Aber die Jungs haben aufgerüstet. Manni und Carli traten mit KTM LC8 an, Micha konnte sich noch nicht so richtig entschließen und probierte erst einmal die aufrechte Position auf einer futsch-neuen Triumph Tiger. Dieter bewegte noch immer seine 950er LC8 und ich meine Suzuki DL 650 V-Strom.

Die obligatorische Abschiedspartie mit den Daheimgebliebenen nach dem Motto: So jung trifft man sich nie wieder!

Auf der Hinfahrt sind wir in ein Unwetter geraten. Wir sind ziemlich nass an der Autozug-Verladestation in Neu-Isenburg angekommen. Erste Bewährungsprobe für unsere Klamotten.

Carli hat die Bedienungsanleitung seiner neuen Designer-Garnitur nicht richtig gelesen und irgendeine der vielen Lüftungsöffnungen offen gelassen. Hier die Reaktion darauf.


Blick aus dem Zug, der insgesamt 2 Stunden durch die Umwetter Verspätung hatte.

Von Villach aus sind wir zuerst auf den langweiligen Wurzenpass gefahren, dann über Kranjska Gora auf die 206 über den Vrsic-Sattel nach Govec. Dort weite geschwungene Kurven aber in einigen Kehren auf der Nordseite Plastersteine.

Dann die 203 bis Tolmin, von dort auf der 102 über Idrija bis Kalce, auf die 409 in südliche Richtung und nach Rakek auf die 212 und kurz vor Prezid über die kleine Grenzstation nach Kroatien. Bis dahin in Slowenien tolle Strassen, guter Belag, Kurven immer in der Talsohle mit Blick auf die umliegenden Berge. Dann die Strasse weiter bis Delnicka Vrata, von dort auf das kleine Strässchen bis Gor Jelene, dann Richtung Meer mit Blick auf KRK und immer am Meer entlang bis zu unserer ersten Station in Senj. Unser Hotel dort: Hotel Art Garni

Senj ist ein kleiner überschaubarer Ort mit allem, was man so braucht.

So ist direkt unter dem Hotel ein Cafe am Hafen, direkt daneben ein kleiner Supermarkt.

Morgens konnte man den Fischern beim Ausladen zusehen.

Am dritten Tag stand pflichtgemäß der National Park Plitvicka Jezera an.
Wir sind von Senj die Kurven auf der 23 hoch bis Zuta Lokva, dort auf die 50 über Otocac nach Vrelo Kavenicka. Plitvicka ist relativ früh angezeigt. Für Motorradfahrer bietet sich die Gelegenheit, im Hotel Plitvice (Eingang Ulaz 2) die Klamotten in einem verschließbaren Raum abzulegen und das kostenlos (!!!). Wir haben dann dort was konsumiert und ein Trinkgeld hinterlassen. Im Naturpark gibt es mehrere Rundwege mit unterschiedlicher Dauer. Wir haben uns für folgenden entschieden (Dauer ca. 5 Std. mit Pause): Mit der Bummelbahn an ST2 den Weg H hoch nach ST4, die oberen Seen entlang bis P2, mit dem Schiff über den See nach P3, dort etwas gegessen (jede Menge Gastronomie), dann zum südlichsten Punkt an die großen Wasserfälle Veliki Slap. Von dort an die Busstation ST1 und per Bus zurück an den Ausgangspunkz ST2.
Hier mal die Bilder vom
Nationalpark Plitvicka

Der Weg führt größtenteils über solche Holzplanken

Carli meint, über diesen See ist Winnetou gepaddelt


Beeindruckend diese Farben und Reinheit des Wassers, davon profitieren die Fische allemal.

Hier mal ein nicht gestelltes Foto der Truppe

Diese Höhle war Drehort für irgendein Karl May Film. Ich glaube, Winnetou hat dort ein Pfeifchen geraucht.

Der Rastplatz an der Bootsanlegestelle

Zurück sind wir dann auf der 25 über Bunic nach Licki Osik. Einsame Strasse, gut zu fahren, landschaftlich sehr schön durch das ehemalige Kriegsgebiet (davon später mehr) Über Gospic die Kurven nach Karlobag runter. Dann die gut ausgebaute Küstenstrasse Nr. 8 bis Senj. Neuer, guter Belag, tolle Aussicht, keine Ortsdurchfahrt bis Senj.

An folgenden Tag stand die Tour in den Nationalpark Velebit an.
Von Senj in südliche Richtung bis Sveti Jurai, links ab bis Oltari, die Beschilderung ist etwas dürftig. Von der Strasse geht´s rechts ab in den Nationalpark, zuerst auf Teer, dann ab der Zahlstation ( ca. 4 Euro/Person) wird es Schotterpiste. Wir sind hoch auf die Hütte Zavizan (leider zu der Zeit nicht bewirtschaftet) gefahren und haben dort den phantastischen Rundblick genossen. Von dort starten auch die Wanderer ins Naturgebiet. Von daher wird diese Schottermöglichkeit noch länger bestehen. Dann über Stirovaca durch die Einsamkeit, die winzige Schotterstrasse in südliche Richtung an den Bergen Satorina, Lisac, Rusova vorbei, bis die Strasse oberhalb von Karlobac auf die 25 stieß. Ab da schöne Kurven mit toller Aussicht runter zum Meer. In Karlobag was gefuttert und hinter Karlobag in´s Wasser gehüpft.

Diesen Abzweig nicht verpassen!

Die hübsche, freundliche Park-Rangerin hat uns informiert und den Eintritt abgeknöpft.

Da stehen sie, die LC8. An dem Tag gab es kein besseres Moped

 Baderast, kurz hinter Karlobag

Fischplatte musste sein. Überhaupt waren die Preise moderat. Für umgerechnet 10 Euro konnte man sich mehr als satt essen, da war alles dabei.

Gelle Fisch do guckste de !

Eines der heftigen Gewitter in der ersten Juni-Woche

Am folgenden Tag haben wir Senj in Richtung Süden verlassen. Wir sind die 8 runter gefahren bis zu dem kleinen Fährhafen Prizna, dort auf die Fähre und in 15 Minuten rüber bis Pag. Auf Pag die relativ langweilige Strecke parallel zur Küste, an Zadar vorbei, Sibenik, Primosten und kurzer Halt in Trogir. Dort war uns zu viel Rummel, deshalb haben wir auch Split ignoriert und sind direkt in Omis gelandet. Ich war schon mal vor ca. 25 Jahren in Omis und konnte mich noch an die kleine aber schöne Altstadt erinnern. Als Hotel haben wir uns was Besonderes gegönnt. Unübersehbar liegt das Hotel Villadvor oben auf dem Felsen mit grandioser Aussicht auf Omis und das Meer sowie hinten in die Cetina-Schlucht. Aber Vorsicht, kein Fahrstuhl, kein Sonderangebot und 122 Treppen bis in´s Zimmer.

Die Fähre von Prizna nach Pag

Pag

Die Jungs haben sich wirklich nur für das Mountainbike interessiert.

Trogir

Primosten

Unser Hotel in Omis

Blick vom Hotel in die Cetina Schlucht

Blick vom Hotel runter nach Omis

Am nächsten Morgen sind wir rechts den Fluss entlang in die Cetina Schlucht gefahren, dann die 39 runter zum Meer, schöne Strasse, toller Ausblick. Kurz hinter Makarska die Strasse hoch zum Svet Jure. Auch das ist ein Nationalpark und somit waren nochmal umgerechnet 4 Euro fällig. Man sollte sich verdeutlichen, dass diese Sackgasse von Meeresniveau auf 1750 m geht. Die letzten Kilometer sind sehr eng und hätten wir besseres Wetter gehabt, hätten wir auch die berühmte Aussicht genossen.Dann nochmal auf die Küstenstrasse nach Norden und auf die 39, bei Sestanac links ab, Babaijici, auf das tolle kleine Sträßchen über Gata wieder die Kurven runter nach Omis.

Beim genauen Hinsehen erkennt man die Kurven, die zum Jure hochführen

Weil es so schön ist, mussten noch die  KRKA Wasserfälle im gleichnamigen Nationalpark auf den Plan.
Route: Omis, links auf die kleine Strasse über Tugare, Strobec, um Split herum auf die E 71 nach Norden,Sinj bei Vrlika nach Drnis, von dort zum Startpunkt der zweiten Wasserfall-Tour in Skradinski Bug
Für die KRKA Wasserfälle sollte man mindestens 3 Stunden einplanen. Am Haupteingang besteht die Möglichkeit, seine Klamotten in einem Bistro abzulegen. Auch gibt es am Bootsablegeplatz schöne Cafes.

Hier geht das Boot ab

Auf dem Boot

Im See war Baden erlaubt

 Man sollte sich das wirklich ansehen!

Ups, wie kommt das Bild hierhin (1)?

Ich beschwer mich nicht, so lange ich noch solche Touren unternehmen kann geht es mir gut.

Zurück sind wir etwas in Zeitnot geraten. Route: Auf der Strasse 56 über Benkovac, Smilicic und dann nördlich von Zadar auf die Autobahn A1 in nördliche Richtung. Zwischendurch haben wir Micha verloren, der aber nach einigen Telefongesprächen wieder zu uns stieß. Die Autobahn verließen wir nach ca. 150 km, um auf der 23 die schönen Kurven nach Senj runter zu fahren. Dort haben wir der Einfachheit halber wieder das selbe Hotel genommen.

Der nächste Tag sollte uns schon in Richtung Heimat bringen. Wir sind ab Senj die Küste in nördliche Richtung gefahren und sind kurz vor Rijeka auf die kostenlose Stadtautobahn an den megahäßlichen Hochhäusern vorbeigefahren. Hinter Opatja zur Küste abgebogen, um auf den Vojak rauf zu fahren. Der Vojak, immerhin 1400 m hoch ist in dieser Gegend der Aussichtspunkt schlechthin--wenn gutes Wetter ist. Die Strecke führt landschaftlich schön durch einen grünen Wald. Vom Parkplatz aus an der Militärbasis führt ein Fußweg zum Gipfel.

Oben auf dem Vojak

Die Militär-Station, die man eigentlich nicht fotographieren darf.

Wir hatten schlechte Sicht und so haben wir uns schnell runter geschafft in der Hoffnung, schön an der Küste entlang zu cruisen. War aber nix, heftig einsetzender Regen vermieste uns die Stimmung und wir waren so nass, dass nur Weiterfahren infrage kam, in der Hoffnung irgendwann bei besserem Wetter abzutrocknen. So trieb uns der Regen über Pazin nach Porec und noch etwas weiter nördlich, wo wir uns einigermaßen abgetrocknet eine Pizza reinzogen. Dann weiter über Novigrad, Basanja, Koper. Die Küstenstrasse ist in dem Bereich eher enttäuschend, da sie nie direkt am Wasser verläuft. Bei Koper sind wir wieder auf die Autobahn in Richtung Gorizia und bei Ajdouscina abgefahren auf die 207 (sehr schön), in Godovic links ab auf die 102 und sehr schön und kurvenreich über Idrija zu unserem Nachtlager in Tolmin. Die Gegend dort wird ziemlich von Wanderen, Kletterern, Mountainbiker und Wassersportlern besucht.

Das Hotel in Tolmin, nicht unbedingt empfehlenswert. Im Ort gibt´s jede Menge Pensionen.

Die Julischen Alpen

Gegend um Tolmin im Bereich der Strasse 102, da kommt Freude auf!

Das Fort am Predel-Sattel

Blick vom Fort auf den Predel See

Am letzten Tag mussten wir um 16.30 Uhr in Villach am Verladebahnhof sein. Unsere Strecke: die Kurven auf der 102, die wir schon von der Hinfahrt kannten. Bei Bovec auf die Superstrecke Nr. 203 nach Predel. Dort das Fort am Gipfel besichtigt und runter nach Italien nach Tarvisio. Dann über Arnoldstein nach Villach. Manni und Carli wollten in der  verbleibende Zeit noch ein bisschen fahren und bewegten sich in Richtung Wurzenpass. Micha und ich mischten uns unter die Touristen in Villach und Dieter testete irgendwo die Gastronomie. Wir trafen uns aber pünktlich zur Verladung am Bahnhof. Der Zug fuhr seine Route ohne Probleme und um ca. 6.00 Uhr konnten wir die Mopeds in Neu-Isenburg vom Zug fahren.

Lago die Predil

Immer schön den Kopf einziehen!

Michas Tiger mit Plattfuss

Dann hat uns doch noch der Defektteufel erwischt. Mischas Tiger hatte kurz vor Rüsselsheim einen Hinterrad-Platten. Die Schotterfahrt ist an der Racing-Pelle nicht spurlos vorbeigegangen. Nach einigen Telefonaten erklärte sich der ADAC bereit, die Tiger zum Händler nach Bad-Kreuznach zu fahren.

Abschließende Bemerkung
Wir hatten uns wieder für den Autozug entschieden, 256 Euro für die Hin-/Rückfahrt. Die Vorteile für uns: 2 Tage gewonnen, keine Autobahn, Spritkosten, Vignette und kein Risiko.
Slowenien/Kroatien ist eine Reise wert, vor allem in finanzieller Hinsicht. Wer deutsche/italienische/französische Preise gewöhnt ist, wird sich wundern. Alle neuen Strassen sind von guter Beschaffenheit, auch gut nass zu fahren. Aber es gibt sie noch die jugoslawischen Strassen. Im Bereich der Certina-Schlucht hab ich beispielsweise die kleine Strom aus den engen Kehren immer im Slide zur Freude meines Hintermannes bewegt. Aber als mir beim normalen Runterschalten das Hinterrad blockierte, war bei mir Schluss mit Lustig. Wir sind dann ziemlich vorsichtig auf nassen Strassen gefahren. Was die Disziplin im Strassenverkehr anbetrifft, sag ich, es gibt in der Region keine. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden einfach negiert und das deutlich. Uns haben öfters die Einheimischen mit ihren Mittelklassekutschen die Rücklichter poliert. Die haben sich auch nicht gescheut, in engsten Kurven neben drann zu fahren, um ihre Überholabsicht anzuzeigen. Wir sind dann in größeren Abständen gefahren und haben diese Idioten vorbei gewunken.
Wir sind mit drei KTM LC8 angetreten und befanden uns dort in bester Gesellschaft. BMW GS hat in Slowenien/Kroatien keine Chance. Was dort an LC8 rumläuft ist sagenhaft. Dazu kommen die Österreicher und die Italiener, die auf LC8 setzen. Kein Wunder, noch kann man in der Region ungestört im Gelände fahren. Mein Strömchen schnurrte wie immer problemlos, geringer Verbrauch, Wendigkeit, Zuverlässigkeit und Sitzposition sind für mich Argumente. Micha ist mit seiner neuen Tiger glücklich. Das Ding geht wie Schmitz Katz, braucht wenig Sprit und hat seine Zuverlässigkeit schon bewiesen.

Noch was zum Nachdenken
Kroatien ist für mich bei aller Schönheit auch das Land der halben Häuser. Entweder sind sie aus Altergründen zerfallen, aus finanziellen Gründen noch nicht oder nie fertig oder im Jugoslawien-Krieg zerballert. Vor allem im Hinterland von Zadar und um das Naturschutzgebiet Plitvicka Jezera gibt es Dörfer, in denen jedes zweite Haus zerstört ist. Die verbliebenen Einwohner scheint das nicht zu stören. Wahrscheinlich bleiben uns diese Monumente der Gewalt noch eine zeitlang erhalten und mahnen die Vorbeifahrenden, wachsam zu sein und solch einen Schwachsinn nicht mehr zuzulassen.

Ach noch was:

Für mich gibt es keine Alternative zum Urlaub mit Motorrad!

Literatur:
Müller, Alfred: "Kroatien"
www.bike-book.com  inkl. Karte 1:220000

zusätzlich für den slowenischen Teil:
Marco Polo:
Kroatische Küste/Slowenien 1:300 000

Sehr informativ:
Kroatien Forum
                        

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